Insula Somnium

von: The Colourful Wilbur

Unser Viermaster Enlil durchbrach die Nebelbank, die uns seit sechs Tagen umschloss und das Navigieren zu einer kaum zu bewältigenden Aufgabe machte, am Morgen des zweiten Monats unserer Reise. Unseren kartographischen Auftrag inmitten der unzähligen Inseln Melanesiens hatten wir längst vernachlässigt. Wir waren mit unserem schweren und doch wendigen Schiff gut auf die Stürme des vermeintlich Stillen Ozeans vorbereitet gewesen. Doch ein dichter Nebel und eine anhaltende Flaute gehörten nicht zu den zu erwartenden Gefahren. Weder die umliegenden Inseln, noch der nächtliche Sternhimmel konnten untersucht werden. Wir waren der Witterung ausgeliefert und konnten uns lediglich mit einer sehr niedrigen Geschwindigkeit fortbewegen, wobei wir fortwährend in die graue Masse spähten, um nicht auf Grund zu laufen. Die Enlil lag derweil ruhig und sicher im Wasser und hielt ihren Kurs duldsam und stet. Was sich unseren Augen nun bot, beunruhigte die Crew sichtlich. Für gewöhnlich ist meine Mannschaft von jener unumstößlichen Zuversicht umgeben, wie sie nur sehr erfahrene Seeleute in sich tragen. Sie haben schon viele Stürme und Flauten ausgehalten und haben aus der Liebe zur endlosen See doch immer wieder angeheuert. Solche Männer sind durch ein paar Unwegbarkeiten in der Navigation normalerweise nicht zu beeindrucken.

Nun aber versammelte sich die Crew an der luvseitigen Reeling und starrte wortlos auf den sich am Horizont abbildenden Landstrich. Einige meiner Männer murmelten Schutzformeln, gerichtet an irgendwelche Seefahrer-Götzen, die sie in den Häfen der Welt zu schätzen gelernt hatten. Ich selbst leugne meinen Schrecken, den ich vor meinen Männern so gut es ging verborgen hielt nicht. Dort lag eine Küste von unbeschreiblicher Dimension. Wenn dies eine Insel war, so musste sie von gewaltiger Größe sein, denn der Landstrich vor unseren Augen zog sich quer über den Horizont und die Enden waren nicht mehr zu erkennen. Eine Insel dieser Größe musste bekannt und auf den Seekarten eingezeichnet sein. Unsere Reise sollte lediglich die vielen kleineren Landflecken und Buchten verzeichnen, die es in dieser Region gab. Das Studium der Seekarten in meiner Kajüte bestätigten mich in meiner Befürchtung: innerhalb der vergangenen sechs Tage war es absolut unmöglich gewesen, eine Insel von der Größe zu erreichen, wie sie nun vor uns lag. Selbst ein starkes Abweichen vom Kurs, welches wir zweifelsohne bemerkt hätten, hätte nicht zu einer solchen Insel führen können. Ich nahm einen beherzten Schluck aus der Portweinflasche und redete mir ein, es könne sich um einen unheimlichen Zufall handeln, um ein bisher unentdecktes Land. Nach und nach kam ich zu dem Schluss, dass es das Beste wäre, diese Erklärung festzuhalten, bis wir weitere Erkenntnisse über unseren Aufenthaltsort gewonnen hätten.

Ich hielt eine Rede vor den verunsicherten Männern: „Meine lieben Jungs, ich sehe euch die Überraschung an. Und seid versichert: Auch ich habe diesen Anblick, der sich uns bietet, nicht erwartet. Es besteht natürlich kein Grund zur Sorge! Durch einen glücklichen Zufall hat uns der quälende Nebel zu einem Fleckchen der weiten See geführt, das noch nie von einem zivilisierten Seemann besucht wurde, ja, auf das vielleicht noch nie ein Mensch seinen Fuß setzte. Ihr, meine Brüder, habt euch soeben einen Namen in der Chronik der großen Entdecker unseres Erdenballs gemacht. Es wird unsere Pflicht und Ehre sein, dieses Land zu untersuchen, zu kartographieren und durch den Bau einer Siedlung in Besitz zu nehmen.“ Diese feurigen Worte verfehlten ihre Wirkung nicht. Es setzte ein tosender Applaus ein und die Männer tanzten vor Freude auf dem Deck umher. Sie glaubten, mit dieser Entdeckung den Fängen der Armut ein für alle Mal entkommen zu sein. Ich ließ ein Fass Rum öffnen und ging wieder ins Dämmerlicht meiner Kajüte, wo ich weiter über den Karten brüten wollte.

Zwei Tage später hatten wir eine einigermaßen sichere Bucht ausfindig gemacht und waren vor Anker gegangen. Von der Aussicht auf Ruhm beflügelt, legten die Männer sogleich eine große Fläche in Strandnähe frei. Die gerade gewachsenen Palmenstämme konnten hervorragend zum Bau von behelfsmäßigen Unterständen genutzt werden. Aus dem Buschwerk wurde ein brusthoher Wall um die Anlage geformt, zum Schutz vor Tieren und gegen den kühlen Nachtwind. Am Abend hissten wir die Flagge ihrer Majestät und entzündeten ein großes Freudenfeuer. Bei den Männern war jeder Zweifel verflogen, in mir wuchs er mit jeder ungewissen Stunde umso mehr.

Ich legte mich gegen Mitternacht unter ein Segel, welches wir provisorisch als Zeltbahn verwendet hatten. Eine Petroleumlaterne spendete warmes, unruhiges Licht, während die feuchtwarme Tropenluft mir die Kehle zuschnürte. Was ich an den Nächten in der Äquatornähe sonst als aufregend und exotisch verehrt hatte, wurde mir nun zum Fiebertraum. Unter das raue Gejohle meiner Mitstreiter mischten sich manische Schreie von unbekannten Vögeln und der allgegenwärtige Rhythmus der Wellen. Diese Kakophonie entwickelte sich, je länger ich ihr widerwillig lauschte, zu einem Ganzen. Im Halbschlaf glaubte ich eine dumpfe Trommel zu hören, was natürlich auf meine europäischen Vorurteile gegenüber der Kultur der Südseevölker zurückzuführen und ganz sicher eine Einbildung war. Der fremde Sternenhimmel, den ich durch die Öffnung meines Unterschlupfes beobachten konnte, schien immer näher zu kommen, bis es mir schien, ich könnte das berühmte Kreuz des Südens mit meinen Händen greifen. Ich hielt es nicht länger aus und stieg wieder in meine Stiefel. Mein Weg führte mich an den Strand, abseits des irren Treibens am Feuer. Ich schaute in die sanften Wellen zu meinen Füßen. Weißer, feiner Sand färbte sich dunkel und wurde mit dem Rückzug des Wassers wieder so rein und hell wie zuvor. Endlich entschloss ich mich ein paar Schritte links entlang des Wassers zu gehen. Schwarze Silhouetten der Palmen zeichneten sich auf dem Strand und gegen den Himmel ab. Noch immer pulsierte der lebendige Rhythmus, der Atem des Ozeans in meinem Kopf. Etwas zog mich in das Inland der Insel. Einem Impuls folgend wandte ich mich nach einem durch den Vollmond hell erleuchteten Pfad in den Wald. Dieser Pfad war sehr schmal, höchstwahrscheinlich eine Tierfährte. Während die Wege vom Strand in das Landesinnere auf Inseln in der Regel leicht ansteigen, blieb mein Pfad ebenerdig und führte stellenweise sogar etwas hinab. Da er sich meiner Schätzung nach unter Normal Null bewegte, war es nicht weiter verwunderlich, dass er da und dort einen feuchten, schlammigen Untergrund zeigte. Dieser Weg könnte, so erklärte ich es mir damals, von Zeit zu Zeit durch Taifune oder starke Regenfälle überspült sein. Längst hatte mich mein Forscherdrang übermannt und ich bemerkte nicht, dass der hypnotische Wellenrhythmus tief in meinem Herzen die Kontrolle übernommen hatte.

Nachdem ich etwa eine Stunde gelaufen war, aus Sicherheitsgründen immer dem Pfad folgend, entdeckte ich eine kleine, grüne Raupe. Sie würde noch eine Weile brauchen, um das Ziel auf der anderen Seite des Pfades zu erreichen. Ich sah ihr eine Weile zu und beschloss dann, meine Furcht vor Stichen oder Hautreizungen zu ignorieren und das Tier auf ein Blatt zu setzen, damit es nicht von unachtsamen Crewmitgliedern, die mir vielleicht nacheilten, zertreten werden würde. Ich ging ein Stückchen weiter und erreichte ich eine Lichtung. Die riesigen, mir unbekannten Bäume zu allen Seiten der Lichtung neigten sich ihrem Zentrum entgegen und gaben lediglich einen kleinen Kreis frei, durch den der blasse Diskus des Mondes mir schien. Beim Untersuchen der Lichtung entdeckte ich höchst eigenartige Lebewesen. Ich möchte an dieser Stelle den Versuch wagen, diese zu beschreiben.

Meine Aufmerksamkeit erregte zuerst eine mechanische Bewegung am Boden. Dort konnte ich, nachdem sich meine Augen an die Lichtverhältnisse gewöhnt hatten eine etwa handtellergroße Krabbe ausmachen. Der Panzer dieser Krabbe, sofern es denn aus biologischer Sicht eine war, schimmerte silbergräulich. Als ich das Tierchen mit einem Stock umdrehte entdeckte ich eine pechschwarze Unterseite. Soweit, so gewöhnlich. Doch es gab eine Besonderheit, die mir sogleich ins Auge fiel: Das Krustentier hatte neben den winzigen schwarzen Augenpunkten zwei lange, leicht gebogene Hörner, ähnlich derer, die man in größerer Ausführung bei Rindern findet. Ich ließ das außergewöhnliche Schalentier seiner Wege ziehen und beobachtete es dabei vorsichtig. Die Tauruskrabbe, wie ich sie für mich genannt hatte, bewegte sich in jenem maschinenhaften Gang, der jüngst meine Neugier geweckt hatte, von der Matschfährte fort, dem Rand der Lichtung entgegen. Dort waren von einem Baum viele überreife Früchte heruntergefallen. Die Tauruskrabbe hielt zielstrebig auf eine der blassrosa Pflaumen zu, vollzog eine Art Verneigung und schob sogleich die Hörner unter die Frucht. Als sie sich wieder aufrichtete, hatte sie die Frucht zum Tragen über dem Kopfende aufgespießt. Dieses Geheimnis war also gelöst. Doch nicht zur Gänze, wie mir kurz darauf klar wurde. Was sollte ein Lebewesen mit einer solch winzigen Mundöffnung mit einem derart unpassenden Nahrungsmittel anfangen? Waren Krabben nicht recht eigentlich Fleischfresser, die sich Muscheln mit ihren Scheren öffneten? Nachdenklich steckte ich mir eine der Pflaumen in die Tasche. Ich wollte sie später genauer anschauen. Während ich so darüber nachsann, hatte ich meine Tauruskrabbe aus den Augen verloren und etwas Neues zog mich in seinen Bann.

Am Fuße der Bäume hatte sich eine orangene, etwa kniehohe Pilzgattung angesiedelt. Vielleicht waren es auch keine Pilze, denn aus meiner Jugend erinnerte ich mich an das Pilzsammeln mit meinen Großeltern. Es hatte stets auf weichem, moosigen Untergrund im heimischen Wald stattgefunden. Diese Pilze jedoch, schienen auf bloßem Sand zu wachsen. Mein Großvater hatte sehr viel über die Natur gewusst und mir erklärt, dass Pilze anderes organisches Material zum Zersetzen brauchten und deswegen zumeist auf toten Baumstämmen und ähnlichem zu finden waren. Wovon könnte sich dieser Pilz nähren, als dem schieren Sand? Ich kniete mich neben die ledrigweiche Pflanze. Nun konnte ich es entdecken: Zwischen den einzelnen Pilzschäften zogen sich viele feine und einige etwa fingerdicke Verbindungen über den Boden. Wie ein Netz aus Lebensadern waren alle Pilze miteinander verbunden. Ich folgte den Lebensadern vom äußersten Punkt aus immer weiter zum nächsten Pilz und zum übernächsten. Stets gab es irgendwo eine orangene Leitung zu finden. Die Pilze, die dem Baum am dichtesten waren, hatten ihre gierigen orangenen Finger unter seine Rinde gebohrt. So also konnte diese seltsame Architektur hier entstehen. Ich nahm mein Messer und durchtrennte vorsichtig die dicke Verbindung, die einen der weiter entfernten Pilze mit seinem Bruder verband – immerhin könnte sie auch einen giftigen Saft enthalten. Ich konnte nun beobachten, wie in Sekundenschnelle der Pilz sein vitales Orange verlor und kränklich-braun zusammenschrumpelte. Doch schüttelte er sich kaum merklich, bevor er verdarb. Auf dieses stumme Zeichen hin, wand sich ein winziger Faden von einem der lebendigen Organismen hin zu dem dahinwelkenden. Nach nur fünf Minuten war die kleine Schnur zu dem nun bereits braun und modrig daliegenden Pilz gekrochen und drang scheinbar mühelos in dessen welken Stiel ein. Nach weiteren fünf Minuten hatte sich der Pilz wieder zu seiner vollen Größe aufgerichtet, ganz so als wenn ein Schlachter den Schweinedarm mit Wurstmasse füllt. Dieses unheimliche Schauspiel ließ mich zurückstraucheln. Bestand nicht auch ich aus organischem Material? Ich wollte nicht herausfinden, ob ich als Nährquelle geeignet war und so stolperte ich von der Lichtung fort, tiefer in den Wald hinein, stets dem Pfad folgend, stets im Rhythmus der Wellen.

Ich wanderte, wie in Trance, einige Stunden in das Unbekannte hinein, bis sich das Schwarz der Pflanzen langsam wieder in die volle Bandbreite der Grüntöne zurückverwandelt hatte. Um mich herum waren nun keine Palmen mehr zu finden, nur noch dickstämmige Urwaldriesen, behangen mit Lianen und anderen Schlingpflanzen. Bis zu einer Höhe von drei Metern waren die gigantischen Bäume mit undurchdringlichem Buschwerk gekleidet. Manchmal konnte ich nur wenige Meter in das Dickicht hineinschauen, bis es zu dicht wurde und den Blick versperrte. Und so blieb mir außer dem Pfad zu folgen, keine andere Möglichkeit (Umkehren kam mir nicht in den Sinn). Mein Weg, der sich bald hierhin, bald dorthin durch das Gestrüpp wand, machte immer noch den Eindruck leicht abzufallen. Schließlich endete er an einem, vor Moos und Algen grünen Felswand, an einem Loch in der Erde. Ich inspizierte den Eingang dieser kleinen Höhle aufmerksam. Ich fand dort eine größere Menge Guano und die Knochen von dem, was einmal ein etwa rehgroßes Tier gewesen sein musste. Erneut fand ich mich einem Rätsel auf der Spur. Während die Kotablagerungen von Seevögeln oder noch wahrscheinlicher Fledermäusen stammen mussten, deuteten sie auf wenig mehr hin, als einen kalkhaltigen Boden. Die Knochen hingegen konnten einiges bedeuten. Da Fledermäuse im Gegensatz zur landläufigen Meinung keinem Tier gefährlich werden können, das größer als ein Nachtfalter ist, musste in dieser Höhle noch ein zweites, wahrscheinlich gefährlicheres Tier hausen. Ich spürte in mir den Klang der Trommel und wusste augenblicklich, dass ich der Sache auf den Grund gehen musste. Ohne einen Gedanken an meine Männer zu verschwenden, die jetzt wohl aus ihrem Rausch erwachten und sich fragten, wo ihr Admiral steckte, streifte ich sogleich umher, um mir eine improvisierte Fackel zu bauen. Ich schlug einen Funken in den Leinenfetzen, den ich um einen Zweig gebunden hatte und stieg mit meiner Fackel ins Dunkel hinab. Den Säbel hielt ich gezückt, obwohl ich wusste, dass das Feuer selbst etwaigen Carnivoren genug Furcht einflößen würde, um mir nicht zu nahe zu kommen.

Im kühlfeuchten Inneren der Höhle angekommen, fand ich eine eigenartige Struktur vor. Die Höhlenwände waren nicht, wie erwartet zerklüftet, sondern außerordentlich glatt. So als ob die vermutete Überflutung des Pfades hier in der Höhle zu einem Schliff des Gesteins geführt hatte. Ich fuhr mit den Fingerspitzen über dieses Jahrmillionen alte Kunstwerk und mir war, als pulsiere der nackte Fels kaum merklich zum Schlag der Wellen und ich mit ihm. Ich drang tiefer in das Innere dieser ganz anderen Welt ein und musste sehr vorsichtig sein. Auf dem Boden entdeckte ich einen fluoreszierenden Skorpion, der dem Schein meiner Fackel sofort entfloh. Doch war mir, als habe dieses tödliche Kleinod anstelle eines Stachels an der Spitze des Hinterleibs eine klebrige Kugel transportiert. Ich vermutete, dass meine Einbildung mir etwas vorgegaukelt hatte. Ich lief noch ein Stückchen weiter, bis der Höhlenpfad nicht mehr weiterging. Ich stand in der Mitte einer größeren Halle und war etwas enttäuscht, dass ich kein Zeichen weiterer Höhlenbewohner gefunden hatte. Entweder war das gefräßige Höhlentier gerade nicht hier, was wahrscheinlich war, da solche Spezies meistens nachtaktiv sind. In dem Fall müsste es, da ja gerade der Morgen dämmerte bald zurückkehren. Oder in der Höhle lebte kein solches und das das Beutetier von seinem Jäger vor dem Eingang zur Höhle verschlungen wurde, war reiner Zufall. In jedem Fall, dachte ich, gibt es hier nichts Weiteres zu sehen. Die Höhle könnte mir und der Crew als Zufluchtsort dienen, falls es einmal schlechtes Wetter gäbe. Plötzlich schwirrte etwas an meinem Kopf vorbei und dann noch etwas. Es waren, wie ich ob meiner Guano-Untersuchung wenig überrascht feststellte, Fledermäuse.

Immer mehr Fledermäuse kamen durch den Gang in die Halle geflogen und schwirrten aufgeregt umher. Obwohl es in wenigen Augenblicke hunderte, wenn nicht tausende der fliegenden Säuger waren, lag die Höhle weiterhin in gespenstischer Stille. Nicht auszudenken, welch ein Lärm um mich herum tobte, den ich mit meinen menschlichen Ohren nicht wahrzunehmen vermochte. Ich ging ein paar Schritte an den Saum der Halle und betrachtete ein Exemplar, das sich dort niedergelassen hatte, aus der Nähe. Die glatte steinige Oberfläche bot ihr offensichtlich noch genug Halt. Der kompakte pelzige Körper war um einiges größer, als ich es bei anderen Arten gesehen hatte und trotzdem schienen die aufgestellten Ohren immer noch überproportioniert. Sie erreichten fast die Länge meiner Handfläche. Die angelegten gummihaften Flügel waren grau und unbehaart. Zwischen den Hinterläufen war zum kurzen Schwanz hin eine Flughaut zu finden. Insgesamt konnte ich bis auf die immense Größe der Fledermäuse keinen Unterschied zu anderen mir bekannten Arten ausmachen. Nun stellte ich etwas Interessantes fest. Als ich mich zur Felsenwand bewegte, ging ich keineswegs durch die Fledermäuse hindurch. Vielmehr wandelte ich in einer Art Aura, oder in einem Schutzkreis, in den sich keines der Tiere wagte. Trotz des höllischen Gewimmels hielten die lautlosen Räuber eine respektvolle Distanz zu mir. Ich sah mir das Schauspiel noch eine Weile an, doch als meine Fackel zur Neige ging, verließ ich den Ort.

An der Oberfläche stand die Sonne bereits am Himmel. Ich überlegte, ob ich den Weg zum Camp zurückgehen solle, doch eine hintergründige Gier auf weitere Erkundungen stimmte mich um. Hinter dem Höhleneingang stieg der felsige Grund zu einem Hügel an. Ich machte mich sogleich daran, diese Anhöhe zu erklimmen. Der feuchte erdige Untergrund machte das Klettern nicht einfach, doch ich erreichte die Fläche auf dem Hügel ohne abzurutschen. Auf dem Hügel stand ein gewaltiger Baum, voll der Pflaumen, die die Krabbe transportiert hatte. Die Rinde war rautenförmig geschuppt und es gingen viele Äste von dem mächtigen Stamm ab. Die Blätter des Riesen waren lang und dünn, wie die Schmuckfedern eines Paradiesvogels. In den obersten Wipfeln konnte ich eine Gruppe von Affen oder Bären erahnen. Sie waren nicht größer als Katzen und hatten rötliches Fell. Die Horde – es waren wohl an die zwanzig Tiere schien die aufgehende Sonne zu genießen. Sie saßen ruhig in den Ästen beieinander. Mehr konnte ich von unten nicht erkennen. Ich verspürte große Lust, den uralten Baum zu besteigen und einen Blick über die Insel zu werfen. Ich würde wenigstens bis zur Hälfte klettern. Vielleicht könnte ich auch die seltsamen Tiere genauer betrachten. Ich zog meine Stiefel aus und ließ auch das übrige Gepäck unten zurück, das mir beim Aufstieg hinderlich sein könnte. Vorsichtig setzte ich den Fuß auf einen der unteren Äste. Er trug mich sicher. So setzte ich dann den anderen Fuß nach und so bewegte ich mich langsam nach oben. So dicht am Baumstamm war es, als flösse eine Energie vom Inneren des Baumes zu mir und ich wurde stärker noch als zuvor vom gleichmütigen Takt des Ozeans beseelt. Als ich etwa ein Viertel des Giganten erklommen hatte, konnte ich bereits einen Blick über die Wipfel der Bäume unterhalb des Hügels werfen. Ein hellgrünes Meer tat sich vor mir auf. Die Farbtöne verliefen fließend in das dunkle Grün der weiter entfernten Pflanzen und dort in der Ferne vermischte sich das Grün der Bäume mit dem leuchtenden Türkis des Meeres. Kein Maler wäre imstande diese reiche Palette abzubilden. Ich fand mich wie Odysseus an einen Mast gefesselt, unter mir das grüne Meer des Waldes, über mir das azurblaue Himmelsmeer. Ich stand zwischen den Welten. Nachdem ich noch ein Stückchen weiter geklettert war, stieß ich auf ein Nest, gerade groß genug für mich, um darin zu sitzen. Möglich, dass dies ein verlassenes Nest der kleinen Klettertiere über mir war. Ich ließ mich in dieser Schale nieder und schaute in die Ferne. Beinahe verlor ich die Erinnerung an mein Leben vor der Insel. Ich spürte, dass ich genau hier sein sollte. Etwas verband mich mit dem Puls dieses Paradieses. Es dauerte nicht lange bis ich, müde von der ruhelosen Nacht in einen tiefen Schlaf fiel. Später konnte ich nie wieder mit Sicherheit sagen, ob ich geträumt hatte, oder ob es Wirklichkeit war, was ich dann erlebte.

Ich öffnete die Augen und war umgeben von einer Menge, die meinen erschrockenen Blick mit freundlichen, neugierigen Blicken erwiderte. Es waren die kleinen bären- oder affenähnlichen Geschöpfe, die ich vom Boden aus gesehen hatte. Sie hatten sich rundherum um mich niedergelassen, einige kleinere Exemplare lagen sogar auf meinen Beinen. Bevor ich nun schildere, welche denkwürdigen Ereignisse folgten, möchte ich die Anatomie der kleinen Pelzkugeln genauer beschreiben. Das evolutiv höchst erfolgreiche Konzept von vier zur Fortbewegung genutzten Gliedmaßen war bei den Tieren ebenfalls gegeben. Einen Schwanz, wie einige Affenarten ihn zum Klettern und Gleichgewichthalten nutzen, hatten die Wesen jedoch nicht. Das Fell war von dichter rotbrauner Art und kurz, bis auf an einer Stelle. Die Wesen hatten allesamt einen bis zu zwanzig Zentimeter langen Bart, was ihnen das Aussehen von kleinen Professoren verlieh. Die Augen waren übermäßig groß und so tippte ich auf Nachtaktivität. Die Gruppe, die so ruhig über das Meer gesehen hatte, war möglicherweise in Begriff gewesen, sich gerade zur Ruhe zu begeben. Die Arme der Magisteräffchen (ein Begriff, den ich für mich wählte, obschon sie mit großer Wahrscheinlichkeit eher zur Ordnung der Zahnarmen gehörten, wie das Faultier oder der Ameisenbär) waren sehr lang und mit krallenartigen Klauen versehen. Die Hinterläufe waren dagegen kurz und muskulös. Der Kopf war klein und rundlich, ohne Ohren. Die schmale Nase saß über einem breiten, mit spitzen Zähnen bewehrten Maul. So sahen die Magisteräffchen aus, die sich nun um mich versammelt hatten, von denen nun ein älter aussehendes Tier auf seinem Ast vortrat und in meinem Kopf mit mir zu sprechen begann.

Er sprach in einer seltsamen Kunstsprache, immer schwankend zwischen veraltet anmutender Struktur und modern gewählten Worten, so wie ich sie hätte wählen können. So manches Mal schien es mir auch, als benutze er komplizierte Worte, die vielleicht erst in Zukunft verwendet werden würden. „Sei willkommen, Suchender. Wir haben dich erwartet. Nein, nicht dich persönlich, aber wir haben dich persönlich nicht weniger erwartet als jeden Reisenden, der sich in dieses Reich verirrt. Du aber freilich, hast diese Begegnung nicht vorausgeahnt, gleichwohl du dich jetzt träumend wähnst und darum nicht aufgeregt bist. Es ist nur natürlich, dass du dich dereinst an unsere Begegnung nicht als etwas Wahres erinnern mögest. In deiner Welt ist der Traum etwas, das der Wirklichkeit diametral entgegengesetzt ist. Ein Traum kann nicht Wirklichkeit sein, wenn ich eure Weisen richtig verstehe. Für uns ist dies nicht zutreffend. Die Wirklichkeit, oder die Wahrheit, ist das, woran wir uns erinnern. Und so werden auch wir, zumindest nach der unsrigen Definition zu einem Teil deiner Wahrheit werden, Fremder.“ Er kicherte leise. Ich hatte dem possierlichen Tier erstaunt zugehört. Nicht erstaunt über seine Fähigkeit zu sprechen im Allgemeinen, denn so etwas kommt in Träumen schließlich häufig vor. Ich war erstaunt, dass das kleine Kerlchen genau die Gedanken aussprach, die ich in mir trug. Diese unbegreifliche Begegnung würde, selbst als Traum, für immer in mein Wesen übergehen. „Nun fragst du dich sicherlich, wie wir so viel über dich, du aber so wenig über uns wissen kannst. Ich will es dir verraten. Als der Kosmos, der unbeschreibliche Architekt, in seiner schöpferischen Willkür diese Erde entstehen ließ, und die Kontinente sich entzweiten, trennte sich unsere Insel und blieb unerreichbar für andere Lebewesen allein im Ozean zurück. In vielen Jahrmillionen entwickelte sich das Leben und die Menschenart erwarb eine gemeinsame Sprache, baute Häuser und erforschte diese Welt. Auf unserer Insel gleichermaßen, erhob sich unsere Art zu den größten Denkern. Unsere Wege waren oft ähnlich, doch unterschieden sie sich in einem Wesenszug elementar: Unsere Weisen erlangen Meisterschaft in dem, was ihr im Mittelalter als Magie bezeichnet hättet. Und doch ist nichts Magisches daran. Ich erkläre es dir gerne. Bis der Mensch die unsichtbare Grenze durchbrach und in den Weltraum strebte, glich dieser schöne Planet einer Glaskugel. Ein Mikrokosmos in welchem das System Aktion-Reaktion vom Allerkleinsten bis zum allergrößten Prinzip galt. Jede winzige Handlung erzeugt irgendwo auf der Welt eine Reaktion. Etwas fatalistisch gesprochen: Du entzündest hier am Strand ein Feuer und die dabei entstehenden Gase vermischen sich in dem Äther unserer Atmosphäre und ein winziger Mikrobestandteil von ihnen ist das Quäntchen, das fehlte, damit ein ganz anderer auf der gegenüberliegenden Seite der Erde Lungenkrebs bekommt. Du bist erschrocken, mein Sohn. Doch sei nicht betrübt: Das Prinzip gilt natürlich auch in seiner ganzen Schönheit und Kraft im Guten. Du siehst eine Raupe auf einem Pfad und rettest sie aus Mitleid, auf dass niemand auf sie trete. Diese Raupe vollzieht dadurch ein löbliches Raupendasein und findet ein einsam Blättlein, wo sie jene wunderbar erstaunliche Metamorphose vollführen kann, aufgrund derer wir diese Wesen seit jeher bewundern. Der prachtvolle Schmetterling, der dabei geformt, ist nun wiederum genau das Exemplar, das fehlte, damit eine vom Aussterben bedrohte Heilpflanze bestäubt werde, die die Menschheit im Jahre 2200 nach Christus andernfalls nie entdeckt hätte. Deinem Nachkommen, der dann an einem schlimmen Ausschlag leiden wird, hast du mit der Rettung der Raupe ebenso das Leben gerettet. Nun, wir haben in all‘ den Jahren, die ihr mit der Spaltung von Atomen und dem Graben nach Erdöl verbracht habt, nichts anderes getan, als die Wege unserer Erde zu studieren und nachzuvollziehen.“ Ich war mir nicht sicher, ob ich alles richtig verstanden hatte und konnte den letzten Worten nun nicht mehr folgen. „Was sind denn Atome?“ Wieder kicherte der Sprecher und ich konnte auch einige amüsierte Blicke bei den anderen Zuschauern entdecken. „Nichts für ungut, Herr. Lasst mich nun erklären, wie es zu der Entrückung unserer Insel kam – unsere Insel hat keinen Namen, denn sie ist unsere ganze Welt. Als unsere Propheten die Reaktionen der Welt bis in das Jahr 1940 vorausberechnet hatten, stellten sie voller Schrecken fest, dass die Pläne der Menschen, das Glas zu durchbrechen und die Erdatmosphäre zu verlassen, immer konkreter und erreichbarer schienen. Was deine Nachkommen und damit auch unsere Verwandten, denn wir haben einen gemeinsamen Vorfahren, als sagenhaften Erfolg verbuchen würden, stellte für uns eine Katastrophe dar. Ohne die Sicherheit eines abgeschlossenen Systems würde die Berechnung der Reaktionen nicht mehr zu vollziehen sein. Schlimme Dinge wären nicht rechtzeitig zu bestimmen und würden ohne Vorwarnung über das Leben hereinbrechen.“ Kein Kichern hörte ich an dieser Stelle. Der Kleine schien sehr betrübt und strich sich plötzlich, in dieser so überraschend menschlichen Geste erkannte ich auf einen Schlag unsere Zusammengehörigkeit, mit den Fingern durch den Bart. „Es blieb uns nichts anderes übrig, als ein neues, kleineres Glas zu erschaffen und dies wurde unsere in Nebel eingeschlossene Insel. Niemand kann ohne unseren Wunsch in unsere Welt vordringen und auch wir verlassen sie nicht mehr. Hin und wieder gerät aber ein Schiff in unsere Nähe. Wenn wir spüren, dass an Bord jemand empfänglich ist, so locken wir dieses Schiff durch den Nebel und weisen ihm unbemerkt den Weg. Auch du bist dem, wie du ihn nennst, Rhythmus des Meeres gefolgt und hast uns hier auf dem Baum im Zentrum unseres Universums angetroffen. Und alles dies nur, damit wir dich in einer Annahme bestärken können, die du schon dein ganzes Leben lang in dir trägst. Du hast es eigentlich schon immer gewusst, aber deine Gesellschaft hat es dir abtrainiert. Du hältst es jetzt für Hochmut oder Eitelkeit, doch es ist die Wahrheit. Du hast einen Effekt. Du bist mit deinem Wesen nicht austauschbar, sondern spielst eine einzigartige und entscheidende Rolle im Weltenlauf, die niemand ersetzen kann. Kein anderer kann deine Aufgabe erfüllen, denn niemand könnte die komplexe Konstellation von Einstellungen und Motivationen abbilden, die du bist. Dieses gilt für alle lebendigen Wesen auf der Welt.“

Er hatte recht. Ich hatte in meinen Jugendjahren immer das Gefühl gehabt, als ob es in der Welt genau auf mich ankam. Auf meine Werke, die sie verändern würden. Auf meine Gedanken, die etwas heilendes, Konstruktives hervorbringen könnten. Aber je älter ich wurde, desto mehr hatte ich das Gefühl bekommen, ein Zahnrad in einer Maschine zu sein, die ich nicht kontrollierte. Die Richtung, in die ich mich zu drehen hatte, wurde mir von Anderen, Mächtigeren vorgegeben. Ob ich mich auf der Straße zeigte, oder eine Woche im Bett liegen bliebe, war einerlei. Wenn ich nicht arbeitete, würde jemand anderes meinen Platz einnehmen. Doch nun spürte ich, wie etwas Urtümliches sich in meiner Seele regte. Ich wusste wieder, dass jede kleinste Entscheidung von mir die Welt veränderte. Eine Freudenträne rann an meiner Wange hinab.

„Bevor du wieder in deine Welt zurückkehren musst, Wissender, werde ich das Geheimnis der Höhle lüften, dass dich liebenswerterweise beschäftigt hat. Es ist einfach: Die Tiere und Pflanzen auf unserer Insel haben sich nach der Trennung unserer Welten unterschiedlich entwickelt, wie du an den Pilzgeflechten feststellen konntest. Auch hier gibt es ein Gefüge von Jägern und Gejagten und von allen Arten auf dieser Insel ist die gefräßige Federmaus, von uns einmal abgesehen, die größte. Damit sich das Gleichgewicht unseres Nahrungsnetzes erhält, muss sie sich von den kleineren Tieren ernähren und so schwärmt sie des Nachts aus und frisst alles, was sie bekommen kann. Doch wie jede Aktion eine Reaktion hervorruft, so passt sich auch die Natur stets den Bedingungen an, die sie vorfindet. Die Tiere auf dieser Insel haben sich die Früchte dieses Baumes zunutze gemacht, jene, die du als Pflaumen benanntest. Diese liebt die Fledermaus nicht und sie kommt ihnen nicht zu nahe. Und so trägt die Krabbe sie auf den Hörnern und der Skorpion spießt sie auf seinem Stachel auf. Und auch uns greifen sie auf diesem Baum nicht an. Dich verschonten sie, da du eine der Früchte in deiner Hosentasche trägst. Wieder ein Beweis der wunderbaren Konstellation von scheinbar unsinnigen Handlungen, die die Reaktionen elementar verändern. Und just in diesem Augenblick fliehen deine Männer zurück auf das mächtige Schiff, mit dem ihr gekommen seid. Sie haben das Geheimnis der Früchte nicht erworben und glauben nun nicht mehr diese Insel bewohnbar machen zu können. Und das soll auch so bleiben. Es wird die Crew noch einige Stunden kosten, das Schiff seetauglich zu machen. Du kannst beruhigt dem Pfad zurück folgen und wirst rechtzeitig an Bord gehen können. Steig nun hinab, Weltenkind, und vergiss nie unsere Botschaft für dich.“

Wortlos, denn es gab nichts zu sagen, verneigte ich mich vor meinem Lehrer und begann den Abstieg. Je tiefer ich vom Baum kletterte und je näher ich dem Strand wieder kam, desto leiser schlug der Puls des Meeres in mir. Verloren habe ich ihn jedoch nie wieder. Ich berichtete niemandem von meinem Erlebnis, denn ich bin mir heute nicht mehr sicher, ob es nicht um einen Traum handelte. Aber auch wenn es ein Traum gewesen war, so war er doch wahr. Ich hatte eine Lektion erhalten, die mir das Leben wieder lebenswert erscheinen ließ, die mich stärkte und mir neue Ideen und Ziele gab. Mein Schiff taufte ich um, noch bevor wir die Anker lichteten. Nie wieder fuhren wir unter dem Namen eines befehlsgebenden Windes, der uns zu einem Objekt, zum Gegenstand seines Willen machte. Von nun an waren wir die Crew der Falter, zu meiner ewigen Erinnerung an die Raupe, die meinem Urenkel das Leben retten wird.

 

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Über colourfulwilbur

Marc interessiert sich für Literatur, Natur und Musik (Thrash Metal, Death Metal, Crustpunk, D-Beat, u.Ä.). Seine Schwerpunkt-Themen sind der Individuum-Allgemeinheit-Gegensatz, die Unbeugsamkeit der Natur und soziale Ungerechtigkeit. Die verehrten Autoren und Autorinnen sind allzu zahlreich. Dennoch sollen Umberto Eco, J.R.R. Tolkien, Stanislaw Lem, Hermann Hesse, Fjodor Dostojewski (vor allem "Schuld und Sühne"), Robert Musil (vor allem "Der Mann ohne Eigenschaften") und George Orwell als besonders geliebte Vertreter genannt werden.
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