2018 – Mare Incognita

Über 70 Prozent der Oberfläche unseres Planeten sind von Meerwasser bedeckt. Allein aus diesem Faktum lässt sich ableiten, dass eine Vielzahl an Kulturen eine Beziehung zu diesem Lebensraum hatten. Doch auch in Kulturen, die das Meer nicht oder nur schlecht kannten, existierte stets ein fast mystisches Verhältnis zum Wasser, dem Element des Meeres. Ob die alten Phönizier, mit ihrem Dagan, einen fischgestaltigen Wettergott verehrten, ist noch nicht gänzlich belegt. Auch Poseidon, der griechische Gott des Meeres, weist in seiner Darstellung klare Verbindungen zu seiner Domäne auf. Meerjungfrauen und andere Fischhybride bevölkern seit Jahrtausenden unsere Phantasie. Nicht ohne Grund: Für den Menschen der vorindustriellen Zeit war das Meer in seiner Tiefe ein nicht oder nur schemenhaft wahrnehmbarer Ort. Dadurch wurde das Meer zu einer Zwischenwelt, einer Welt in der Fakt und Fiktion sich begegneten. Doch das Meer ist ein diffuser Begriff: Zwar beschreibt er in erster Linie die Ozeane der Welt, doch denken wir auch das Sandmeer der Wüsten und das Sternenmeer des Weltraums mit. Denn was anderes sind Astronauten und Karawanenführer als Seeleute auf ihrem ganz eigenen Ozean?

Dieses Jahr möchten wir uns ganz diesem mystischen Ort widmen.  Denn dort wo die Grenzen verschwimmen, sind phantastische Geschichten an der Tagesordnung. Dies bewies Jules Verne, der eine seiner bekanntesten Geschichten nicht grundlos 20.000 Meilen unter dem Meer ansiedelte. Doch auch William Hope Hodgsons Geschichten um Geisterpiraten oder Die Boote der „Glen Carrig“ sind hier zu nennen, ebenso wie moderne Stoffe wie Frank Schätzings Der Schwarm. Doch auch reale oder pseudoreale Vorfälle und Orte sollen unsere Beachtung finden. Denn seit Generationen sind Glücksritter und Archäologen auf der Suche nach Atlantis und  Rungholt entfacht nicht nur die Phantasie so manches Friesen.

Seemannsgarn und Shantys erwarten euch, wenn ihr mutig genug seid, eure Seesäcke zu packen und mit uns auf große Fahrt zu gehen.

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Über N.-G.H.

Niels interessiert sich für Literatur, Geschichte und Filme/Serien. Seine Forschungsschwerpunkte sind das "Golden Age of Pulp", Herrschaftssysteme und Mythopoetik. Niels ist Mitglied der Deutschen Lovecraft Gesellschaft.
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